20.04.09
Haben Sie auch die Nase voll?
„Zufrieden jauchzet groß und klein: hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" Wie in Goethes Faust ging es längst nicht allen Menschen beim diesjährigen Osterspaziergang. Das schöne frühsommerliche Wetter hat die Vegetation geradezu explodieren lassen und bei vielen wieder zu laufenden Nasen und tränenden Augen geführt. Die Freude am Aufenthalt im Freien ist dadurch deutlich getrübt und manch einer vergräbt sich lieber in den eigenen 4 Wänden.Die Häufigkeit von Heuschnupfen bei Erwachsenen ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Auch die Zeit, in der Betroffene leiden, verlängert sich und die Symptome dauern den ganzen Sommer oder gar Herbst über an. Ein weiteres Problem entsteht, wenn sich der Heuschnupfen zum Asthma auswächst. Daher sollte man die laufende Nase oder die juckenden Augen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Doch was kann man dagegen tun?
Die Schulmedizin bietet Hilfe, indem sie durch Medikamente wie Cortison oder Antihistaminika versucht, die Symptome zu lindern. Für längerfristige Erfolge können Desensibilisierungen durchgeführt werden, die aber nur gegen ausgewählte Allergene helfen.
Die Behandlungsmethoden der TCM bieten sehr gute Erfolgsaussichten und dies unabhängig vom Allergen und ohne Nebenwirkungen. Warum das so ist, weiß Dr. Katja Strey, die gemeinsam mit Chefarzt Christian Kuhlmann in der TCM-Abteilung des Johanniter Krankenhauses Radevormwald die Heilkunst aus dem fernen Osten praktiziert: „Der chinesischen Medizin liegt ein völlig anderes Denkmodell zugrunde als der Schulmedizin. Hier wird der Mensch mit all seinen Eigenheiten gesehen. Durch ausführliches Erfragen der Krankheitsgeschichte, der Lebensumstände, Ernährung u.v.a. kann zusammen mit Puls- und Zungendiagnostik die individuelle Dysbalance erkannt werden. Oft sind es Schwächen im Bereich der Nieren-, Milz- und Lungenenergie, die die Abwehrfunktion beeinträchtigen. Diese Organe sind allerdings nicht rein anatomisch zu betrachten, sondern versinnbildlichen vielmehr bestimmte Funktionskreise. Eine genetische Komponente oder die Veranlagung wird nach diesem Denkmodell über die Nierenenergie weitergegeben. Bestimmte Ernährungsweisen können insbesondere die Milzenergie und als Folge die Lungenenergie schwächen. Sind die Beschwerden da, kommt es häufig zu einer Blockade im Bereich der Lungenenergie, was zu einer verstopften Nase oder erschwerten Atmung führt.
Um also die allergische Reaktion des Körpers zu verhindern, müssen diese Blockaden aufgehoben und die zugrunde liegenden Schwächen gestärkt werden. Letzteres geschieht vorzugsweise im Herbst, indem das Immunsystem stabilisiert wird. Sind die akuten Beschwerden erst einmal da, kann aber auch geholfen werden. Zum Einsatz kommen in der Regel Akupunktur und ggf. auch individuelle Kräuterrezepturen. Die betroffenen Patienten können aber auch selber aktiv werden, indem sie ihre Ernährung umstellen. Scharfe Gewürze oder erhitzende Getränke wie Kaffe oder Alkohol sind bei Juckreiz besser zu meiden. Bei einer vorbestehenden Schwäche der Milzenergie kann das Weglassen von Süßem und Milchprodukten hilfreich sein. Auch was zur Stärkung gut tut, kann im Rahmen einer individuellen chinesischen Ernährungsberatung erörtert werden.
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