26.10.06
Mit TCM gesund durch die Erkältungszeit
WHO empfiehlt Einsatz von Akupunktur gegen akuten Schnupfen
Meist beginnt es mit einem Juckreiz in Nase, Augen, Rachen und äußeren Gehörgängen. Wenn dann noch Niesanfälle hinzukommen, ist es wieder mal soweit: Schnupfen regiert den Organismus. Die eigentlich harmlose, durch Viren ausgelöste Erkrankung kann zu Komplikationen führen. Deshalb sollte auch ein simpler Schnupfen angemessen behandelt werden – zum Beispiel nach den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Statistisch gesehen erwischt es jeden Erwachsenen dreimal im Jahr. „Ein einfacher Schnupfen dauert normalerweise eine Woche, die Beschwerden sind in erster Linie auf die Nase begrenzt“, erläutert Christian Kuhlmann, Chefarzt der TCM-Abteilung am Radevormwalder Johanniter-Krankenhaus. „Der Schnupfen kann aber auch – insbesondere wenn er unbehandelt bleibt – Wegbereiter für eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die so genannte Sinusitis sein“, fügt er hinzu.
Der akute Schnupfen (Rhinitis) wird von den Erkrankten meist selbst therapiert, allerdings bleibt die erhoffte Heilerfolg oft aus. Chefarzt Christian Kuhlmann: „Bis heute gibt es keine Möglichkeit, die Ursachen medikamentös zu behandeln, es können nur die Beschwerden gemildert werden.“ So lindern abschwellende Nasentropfen zwar Symptome und halten die Nase frei. Allerdings führen diese Medikamente schnell zu einer Gewöhnung. Zudem trocknen die Wirkstoffe die Nasenschleimhaut auf Dauer aus, die gereizte Schleimhaut schwillt an, , und irgendwann bekommen die Betroffenen gar keine Luft mehr durch die Nase. „So entsteht ein Teufelskreis. Denn die Patienten greifen immer häufiger zu Medikamenten, um die notorisch verstopfte Nase freizubekommen“, macht Christian Kuhlmann deutlich. „Die Folge: Eine bleibende Schädigung der Nasenschleimhaut.“
Nahezu ohne Nebenwirkung ist hingegen die Behandlung nach den Methoden der über 2.000 Jahre alten Traditionellen Chinesischen Medizin. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann beispielsweise die Akupunktur bei der Behandlung von akutem Schnupfen eingesetzt werden. „Ziel der Akupunktur ist es, Energieblockaden zu lösen und die Lebensenergie Qi wieder frei fließen zu lassen“, gibt der TCM-Chefarzt einen Einblick in die Therapie. Dadurch wird zudem das Immunsystem gestärkt, ansteckende Viren können auf Dauer besser abgewehrt werden. In der Regel sind 5 – 6 Behandlungen in der Akutphase nötig.
Und weil vorbeugen besser als behandeln ist, rät Kuhlmann: „Laut chinesischer Medizin ist das harmonische Gleichgewicht der Yin und Yang-Bestandteile des Körpers ein wesentlicher Garant für eine gute Gesundheit. Weil die Füße, durch ihre Yin-Zugehörigkeit der unteren Körperhälfte sehr kälteempfänglich sind, gilt es deshalb, sie besonders zu schützen.“ Neben dicken Socken und Winterschuhen kann auch die richtige Ernährung für warme Füße sorgen. So sollten wärmende Nahrungsmittel wie Basilikum, Cayenne-Pfeffer, Knoblauch, Fenchel oder Zwiebeln gerade in der kalten Zeit so oft wie möglich in den Speiseplan eingebaut werden. Auf stark kühlende Lebensmittel wie Joghurt oder Eis verzichtet man hingegen besser. Ein ausgewogenes, regelmäßiges Frühstück sowie viel Flüssigkeit, Schlaf und Ruhe sorgen ebenfalls für die Stärkung des Immunsystems.
Hintergrund Johanniter-Krankenhaus Radevormwald:
Das Krankenhaus im Oberbergischen Radevormwald existiert bereits seit über 100 Jahren und wurde 1955 in die Trägerschaft des Johanniterordens übernommen. Die am südwestlichen Rand der Innenstadt erbaute Klinik ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung und betreut jährlich rund 4.500 stationäre Patienten. Neben den Abteilungen für Chirurgie, Anästhesie, Innere Medizin und Geriatrie beherbergt das Johanniter-Krankenhaus die fachlichen Spezialabteilungen Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESA) und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Darüber hinaus bietet die Klinik zur Rehabilitation und als vorbeugende Maßnahmen auch physikalische Therapien und Krankengymnastik an. Eine interdisziplinäre Intensivstation mit sechs Betten sowie Labor, EKG, Lungenfunktion, Ultraschall und die Röntgenabteilung ergänzen das Leistungsspektrum des Hauses.
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