3.09.10
Nebenwirkungsarme Therapie aus Fernost
Traditionelle Chinesische Medizin am Johanniter Krankenhaus in Radevormwald

Allergien, Rückenschmerzen, Migräne, Depressionen oder andere chronische Erkrankungen- immer mehr Menschen setzen ergänzend zur Schulmedizin auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Neben den guten Behandlungserfolgen schätzen die Patienten vor allem einen Vorteil der fernöstliche Heilkunst: Sie ist nahezu nebenwirkungsfrei.
Alternative Behandlungsmethoden sind - so aktuelle Studien - auf dem Vormarsch. Auch in der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin am Johanniter-Krankenhaus Radevormwald verzeichnet man ein wachsendes Interesse an den Naturheilverfahren. Immer häufiger finden Patienten ihren Weg in die ruhigen Behandlungsräume im Untergeschoss der Radevormwalder Klinik. Kein Wunder, sind doch die Erfolge der TCM auch da noch recht gut, wo die Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft erscheinen. Der Grund dafür liegt, laut Chefarzt Christian Kuhlmann, in den unterschiedlichen Ansätzen: „Der Traditionellen Chinesischen Medizin liegt ein völlig anderes Denkmodelle zugrunde als der Schulmedizin.“
So hat die TCM im Laufe von Jahrtausenden durch das Beobachten der Natur und des Menschen verschiedene Theorien und Systeme entwickelt, die die Beschreibung nahezu aller Zustände und Störungen auf körperlicher und auf geistiger Ebene ermöglichen. „Während naturwissenschaftlich ausgerichtete Mediziner versuchen, einzelne Krankheitsursachen zu ermitteln und zu bekämpfen, will die TCM das harmonische Gleichgewicht von Körper und Geist herstellen und so die Selbstheilungskräfte des Menschen mobilisieren“, macht Kuhlmann deutlich. Die Behandlungsmöglichkeiten innerhalb der TCM basieren dabei auf fünf Säulen, die sich sowohl einzeln, als auch in Kombination miteinander zur Behandlung und Prävention von Beschwerden einsetzen lassen. Das sind neben der Akupunktur die Chinesische Kräutertherapie, TaiJi und QiGong (chinesische Bewegungs- und Entspannungsübungen), Tuina-Massage (chinesische Massage) und die Ernährungsberatung nach den 5 Elementen. Oft kann und muss der Patient an seiner Heilung aktiv mitwirken. Denn die Chinesische Medizin kombiniert unterschiedliche Verfahren der Fremd- und der Eigeninitiative. So sorgen beispielweise Kräutertherapie, Akupunktur und Tuina-Massagen dafür, dass die Lebensenergie ungehindert fließen kann, während die Atembewegungsübungen QiGong und TaiJi ein emotionales Gleichgewicht im Körper schaffen. Dabei dient die chinesische Medizin eben nicht nur zur Heilung, sondern auch zur Vorbeugung.
Ursprünglich wurde die Traditionelle Chinesische Medizin hier im Westen in erster Linie bei funktionellen und psychosomatischen Störung eingesetzt. „Die Ursachen derartiger Krankheiten lassen sich schulmedizinisch schlecht bis gar nicht ermitteln,“ weiß der Radevormwalder Chefarzt. „Dagegen erzielt die TCM hier häufig beachtliche Behandlungserfolge“, fügt er hinzu. Inzwischen wird die fernöstliche Heilkunst zunehmend auch zur Behandlung so genannter „organischer“ Krankheiten genutzt. Christian Kuhlmann: „So setzen wir beispielsweise bei Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates, aber auch bei neurologischen Erkrankungen, wie z.B. Schlafstörungen, Depressionen, Polyneuropathie oder den Folgen eines Schlaganfalls sehr erfolgreich auf die Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Auch im Bereich unterschiedlicher Magen-Darm-Erkrankungen, in der Immunologie, bei Allergien, Ekzemen und Neurodermitis nutzen immer mehr Menschen die fernöstlichen Therapiemethoden. Um die Ursachen für eine Erkrankung zu ermitteln, nehmen sich die Ärzte der TCM-Abteilung im Johanniter-Krankenhaus Radevormwald in einem Erstgespräch mit dem Patienten jede Menge Zeit. Rund eine Stunde dauert es, bis die Anamnese erstellt und ein Behandlungsplan entwickelt ist. „So viel Aufmerksamkeit erhalten die Patienten heutzutage in der streng budgetierten Schulmedizin kaum noch,“ vermutet Kuhlmann. Kein Wunder also, dass die Patienten meist schon aufgrund des ersten Gespräches ein intensives Vertrauensverhältnis zu dem Naturmediziner aufbauen - und das, obwohl im Rahmen der Diagnose weder Röntgenbilder erstellt, noch schmerzhafte Untersuchungen oder Bluttests gemacht werden. Zunge, Ohr und Puls sind für den Traditionellen Chinesischen Mediziner neben der gezielten Befragung des Patienten die wichtigsten Indikationen. „ Streckt ein Patient mir die Zunge heraus, fühle ich mich keineswegs auf den Schlips getreten,“ lacht Christian Kuhlmann. Im Gegenteil: Der Mediziner erhält aus Erscheinungsbild, Farbe und Belag der Zunge einen Hinweis auf die Krankheit verursachenden Faktoren.
Das Johanniter Krankenhaus in Radevormwald hat also schon vor zwölf Jahren, mit dem Aufbau der TCM-Abteilung, den Weitblick bewiesen, dass eine Kombination aus den Behandlungsmöglichkeiten der westlichen und der fernöstlichen Medizin erfolgreich und harmonisch sein kann.
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