21.12.06
Weihnachtsstress ade
Mit TCM bleibt der Energiekanister voll
Drei mal werden wir noch wach, heißa, dann ist’s Weihnachtstag! Aber anstatt sich zu freuen, fühlen sich viele Menschen gestresst. Denn die Vorbereitungen auf das Fest der Besinnung fordern ihren Tribut. Die Traditionelle Chinesische Medizin kennt Ernährungs- und Bewegungstipps, die gegen Stress und Hektik helfen und mit denen sich die Weihnachtszeit auch wirklich geruhsam gestalten lässt.
Mehr beruflicher Stress, mehr Shopping, mehr Kochen, mehr Essen, mehr Hausarbeit, mehr Besuche – alle Jahre wieder bringt das Weihnachtsfest enorme Belastungen mit sich. Statt die Feiertage entspannt genießen zu können, macht sich bei vielen Menschen Stress und Erschöpfung breit. „In der Vorweihnachtszeit haben wir häufiger als sonst Patienten mit Beschwerden wie andauernde Erschöpfung, Herzklopfen, innerliche Unruhe, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit, Verdauungsstörungen oder Tinnitus“, macht Christian Kuhlmann, Chefarzt der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin am Johanniter-Krankenhaus Radevormwald, deutlich. „Denn wenn die Anspannung zu heftig ist und zu lang andauert“, fügt er hinzu, „wird die Qi-Harmonie zerstört.“
Der Fluss der Energie (Qi) in den zwölf Meridianen ist dann blockiert, die wichtigen Organe werden nicht mehr ordentlich versorgt. „Das – teils angeborene, teils erworbene – Qi im menschlichen Körper ist für den Erhalt des Lebens verantwortlich“, erklärt Christian Kuhlmann. Dem angeborenen Qi, dem so genannten Yuan Qi, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Es steht nur in einer begrenzten Menge zur Verfügung und übernimmt gleichzeitig die Funktion eines „Energie-Reservekanisters“. „Immer, wenn wir uns extrem oder über längere Zeit überfordern, wird das Yuan Qi geschwächt, der Kanister angezapft“, erläutert Kuhlmann. Wer also unter häufiger Müdigkeit und Erschöpfungszuständen leidet, hat laut chinesischer Lehre wahrscheinlich Raubbau mit seinem vorgeburtlichen Qi betrieben.
Da das Yuan Qi nicht reproduzierbar ist, kann der „leere Energiekanister“ nur durch das erworbene, nachgeburtliche Qi entlastet werden. Diese Energie wird in erster Linie durch die Atmung und die Ernährung gewonnen. Deshalb empfiehlt Christian Kuhlmann gegen übermäßigen Stress drei Dinge: Sport, gesunde Ernährung und Meditation.
So unterstützen Lebensmittel wie Melonen, Erdnüsse, Walnüsse, Gurken oder andere wasserhaltige Obstsorten beispielsweise den Herz- und Nierenmeridian. Gleichzeitig fördert die richtige Ernährung die Ausscheidung von Verschlackungen über den Darm- und Lebermeridian sowie die Lymphdrüsen. Die zusätzliche Atemtherapie sorgt dafür, dass der Mensch wieder in Einklang mit seiner Seele kommt. „Ziel von Tai Chi und Qi Gong-Übungen ist es, Muskelverspannungen zu lösen und so den Energiehaushalt zu stabilisieren“, erklärt Christian Kuhlmann und empfiehlt leicht nachzumachende Übungen wie: "Durch die Nase einatmen, bis 4 zählen, durch den Mund ausatmen, bis 6 zählen. Immer mit dem Ausatmen beginnen. 10 Mal durchführen. Oder beim Atmen die Arme über den Kopf heben, beim Ausatmen den ganzen Körper locker fallen lassen oder mit einer Hand an der Wand abstützen, ein Bein im Knie durchgestreckt nach vorne halten, den Fuß anziehen. Langsam mit dem Fuß in beide Richtungen 10 Mal kreisen, dann Seite wechseln."
Wer es allerdings erst gar nicht so weit kommen lassen will, dass Stress zum Krankmacher wird, der sollte sich laut Christian Kuhlmann als guten Vorsatz für das nächste Jahr folgendes merken: „Eine Krankheit vorbeugen ist besser als eine Krankheit zu behandeln.“ So wirkt beispielsweise ein Spaziergang nach einem stressreichen Tag wahre Wunder. Wichtig dabei: Tief und bewusst durchatmen. Auch Vitamin C, E und Magnesium helfen beim Kräftetanken. Kräutertees mit Kamille, Fenchel, Thymian, Melisse, Gingko oder Ginseng wirken ebenfalls wohltuend.
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