Wenn Christian Kuhlmann morgens seine Wirkungsstätte betritt, verlässt er den Oberbergischen Kreis und begibt sich in eine kleine Oase, die direkt im Land des Lächelns zu liegen scheint: Chinesische Schriftzeichnen, edle Gehölzer und ein leichter Duft exotischer Kräuter schlagen ihm entgegen. Der Mediziner aus Hagen leitet das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin in Radevormwald bei Remscheid. Und zwar mit ganzem Herzen. „Anders geht das auch gar nicht“, lächelt der Arzt. Schließlich ist die TCM viel mehr als nur eine alternative Behandlungsmethode zur Schulmedizin – sie ist eine regelrechte Lebensphilosophie. Der Chefarzt suchte nach mehrjähriger chirurgischer und internistischer Arbeit nach einer Möglichkeit, nicht die Krankheit, sondern den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen. Die Antwort fand er im Fernen Osten.
Seit 1996 hatte Kuhlmann mehrere Aufenthalte in Peking am WHO-Collaboration Center für Traditionelle Chinesische Medizin und erlernte dort während eines 1-jährigen Aufenthaltes mit viel Fingerspitzengefühl die Kunst der Akupunktur und Tuina Massage, die Zusammensetzung wirksamer Heilkräuter, die Anwendungsbereiche von Atembewegungsbewegungsübungen wie Tai Chi und Qi Gong und die Geheimnisse der chinesischen Ernährungslehre. Und zwar mit Erfolg: Am Johanniter-Krankenhaus in Radevormwald bei Remscheid behandelt Kuhlmann mit seinem Team inzwischen knapp 1000 Patienten jährlich.
Es wundert nicht, dass sich der Vollblut-Mediziner für eine stärkere Verbreitung der chinesischen Heilkunst auch in der westlichen Welt einsetzt; schließlich schlagen in der Brust des Arztes längst zwei Herzen: Das eines westlichen und das eines chinesischen Mediziners. Für ihn haben Medikamente der Pharmaindustrie ebenso großes Heilungspotenzial wie die Durchführung von Atembewegungsübungen und die Ernährung nach den fünf Elementen. „Unterschiedliche Krankheiten erfordern unterschiedliche Mittel“, ist seine Überzeugung.
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