Die Wurzeln der Traditionellen Chinesischen Medizin reichen mehr als zwei Jahrtausende zurück bis zu den ersten chinesischen Dynastien. Sie gründet sich auf den Taoismus, eine Philosophie, der es um die Harmonie zwischen Mensch und Kosmos geht. Das älteste TCM-Lehrbuch, das „Huang Di Nei Jing" (der Klassiker der inneren Medizin des Gelben Kaisers) ist ca. 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung geschrieben worden und gilt im Osten wie im Westen heute noch als wichtige Grundlage einer fundierten Ausbildung in chinesischer Medizin.
In der Zhou-Zeit (1066 – 256 v. u. Z) kam es zu einer bedeutenden Entwicklung der Heilkunst mit präzisen Vorstellungen vom menschlichen Körper und seinen Krankheiten. Man bemühte sich in jener Zeit in China um Denkmodelle, die auf alle Bereiche – auch auf die Medizin – übertragbar waren. Kosmologische Konzepte begannen sich herauszubilden und die Idee einer universellen Ordnung, gegründet auf dem Rhythmus der Jahreszeiten, dem Jahreskalender und der Astronomie, gewannen an Bedeutung.
Diese Konzepte wurden nach einem numerologischen System unterteilt, wobei die Klassifikationen nach zwei (Yin und Yang), drei (Himmel, Erde, Mensch), fünf (die Fünf Wandlungsphasen), und neun (die neun Weltgegenden und Himmelsregionen) erfolgten. So etablierten sich allmählich die grundlegenden Vorstellungen vom Qi, vom Wechsel von Yin und Yang und von den Entsprechungen der Fünf Wandlungsphasen zu Jahreszeiten, Farben und Körperteilen.
Den Höhepunkt erreichte die TCM zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 – 1644). Die Systematisierung der Meridiane sowie der Akupunkturpunkte erfolgte während dieser Phase. Während der Ming-Dynastie schuf Li Shizhen (1518-1593) das berühmte Bencao Gangmu (Grundzüge der Wurzeln und Kräuter), in der er die Eigenschaften medizinischer Zutaten bespricht. Das Werk besteht aus 52 Schriftrollen und enthält 1892 Arzneien und 11096 Rezepturen. Es gilt heute als "Schatzhaus der chinesischen Medizin".
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